Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein

Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein

im Albbote vom 11.7.2017

Ehre für Waldkirchs letzten Redmann

Platz neben Kirche trägt jetzt den Namen von Johann Michael Jehle.

Neugestaltung im Rahmen der Kanal- und Straßenbauarbeiten

Waldkirch (tao) Der Waldshuter Ortsteil Waldkirch hat einen neuen Platz, den Johann-Michael-Jehle-Platz. In Anwesenheit von OB Philipp Frank, Ortsvorsteher Matthias Rüd und den Ehrenredmann Heinrich Dold aus Dogern wurde der Platz zu Ehren des letzten Waldkircher Redmanns von Pater Hermann- Josef Zoche eingeweiht und ein Namensschild enthüllt. „Herr, bewahre alle, die sich auf diesem Platz bewegen, vor Unfall und Gefahr“, lautete der Segensspruch. Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Musikverein Gaiß- Waldkirch unter der Leitung von Marina Reichmann. Für Bewirtung mit Kaffee, Kuchen und Getränken sorgte die Feuerwehrgruppe Waldkirch.

„Straßen und Plätze sind Stätte der Begegnung“, sagte OB Philipp Frank in seiner kurzen Ansprache. „Sicher sind das auch Merkmale, die für den neuen Waldkircher Platz zutreffend sind.“ Heinrich Dold befasste sich mit der Geschichte der Hauensteiner Einungen, den Salpetererkriegen und mit der Rolle, die Johann Michael Jehle dabei spielte. Mit der Zuordnung der Grafschaft Hauenstein an das Großherzogtum Baden ging 1806 die Selbstverwaltung des Hauensteiner Landes zu Ende. Letzter Einungsmeister und Redmann war Johann Michael Jehle aus Waldkirch (1749 bis 1831). Sein Grabkreuz steht heute noch in direkter Nachbarschaft des neuen Platzes, im Eingangsbereich der Kirche.

Öffnet man das Amulett an seinem Grabkreuz, steht dort diese Inschrift: „Hier liegt begraben Johann Michael Jehle, Waldkirch, gewesener Redmann und Einungsmeister der Grafschaft Hauenstein. Er starb im 82. Jahr seines Alters, betrauert von acht Kindern, 32 Enkeln und sechs Urenkeln, den 18. April 1831.“ Jehle bewohnte mit seiner Familie den Redmannshof in Waldkirch, der 1967 abbrannte. In der Waldkircher Chronik heißt es über ihn: „Für uns ist diese granitene, gerade und gottesfürchtige Bauerngestalt ein leuchtendes Beispiel.“ Auch zwei direkte Nachkommen Jehles waren bei der Platzeinweihung dabei: Martin Jehle aus Gurtweil und Maria Vogelbacher aus Buch.

Die Neugestaltung des Platzes in Waldkirch wurde vor drei Jahren, im Zuge der Waldkircher Kanal- und Straßenbauarbeiten in Angriff genommen. Im unteren Bereich wurden neue Parkplätze für die Kirchenbesucher, Grünflächen und Ruhebänke angelegt, im oberen Bereich wurde die Zufahrt zum Kircheneingang ausgebaut. Parallel wurde ein breiter Treppenaufgang mit Handlauf angelegt. Oben kam ein steinernes Podest dazu, um mehr Platz für feierliche Anlässe zu bieten. Hier schließen sich zwei Treppen an, die hinauf zur Kreisstraße führen. An den Kosten beteiligten sich die Stadt, die Pfarrgemeinde und die Ortschaftsverwaltung.

Bildtext: Einweihung des neuen Johann-Michael-Jehle-Platzes in Waldkirch (von links): Pater Hermann- Josef Zoche, Ortsvorsteher Matthias Rüd, Oberbürgermeister Philipp Frank, Ministranten sowie Träger der historischen Hauensteiner Tracht. Bild: Manfred Dinort
 

 

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