Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein

Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein

im sÜDKURIER vom 20.10.2010

Einung ohne Leibeigene

Paul Eisenbeis gibt den Dachsbergern interessante Einblicke in die Vergangenheit der Ortsteile

Dachsberg (kst) Wer in den vergangenen Jahren bei Freilichtaufführungen am Klausenhof in Großherrischwand war, hat dort mit Sicherheit schon etwas über die Einungsmeister der Grafschaft Hauenstein erfahren. Weniger bekannt ist, dass seit der Wiedergründung 1996 die Tradition dieser Einungsmeister aufrechterhalten wird.

Norbert Schäuble, Einungsmeister von Wolpadingen, hatte den erfahrenen Heimatgeschichtler Paul Eisenbeis im Namen der Historischen Einungsmeisterversammlung des Vereins zur Förderung der Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein zu einem Vortrag über die Einungen eingeladen. Vor einer interessierten Zuhörerschar bekannte Schäuble, schon als Schulkind von der lebendigen Art der Darstellung historischer Zusammenhänge durch seinen damaligen Lehrer Eisenbeis begeistert gewesen zu sein. Die Anwesenden konnten diese Aussage angesichts des Engagements, mit dem der Redner seinen Vortrag hielt, persönlich nachvollziehen.

Die erstmalige Beurkundung von Wilfingen, Wittenschwand, Ruchenschwand, Wolpadingen und Happingen war 1266. Zwölf Jahre zuvor hatte Rudolf von Habsburg die zwischen Wehra und Schlücht gelegene Vogtei als Pfand für sein im Rahmen der Auseinandersetzungen zwischen Kaiser und Papst dem Kaiser geliehenes Geld erhalten. Damit wurde das Gebiet habsburgisch.

Eisenbeis bezeichnete die Einungen als demokratische Selbstverwaltung innerhalb des habsburgischen Staatsverbundes und äußerte den Verdacht, dass diese ein Zugeständnis war, um die Waldbewohner nicht in die Arme der Eidgenossen zu treiben. 1806 wurde die Grafschaft Hauenstein ins Großherzogtum Baden eingegliedert.

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