Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein

Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein

im Alb Bote vom 14.12.2010

Auf der Suche nach den Vorfahren

Werner Vökt aus Murg berichtet beim Monatstreff des Geschichtsvereins über seine Ahnenforschung

Waldshut (luk) Wie sah das Söldnerwesen im 18. Jahrhundert aus? Dieser Frage ging Werner Vökt aus Murg bei seinem Referat anlässlich des Monatstreffs des Geschichtsvereins Hochrhein im Dezember nach.

Angefangen haben die Recherchen von Werner Vökt bei der Suche nach seinen Vorfahren, also der Ahnenforschung. Hierbei stieß Vökt auf einen Eintrag im Taufbuch von Obersäckingen über einen Jakob Vökt, der 1783 in Alexandria, so die Eintragung im Taufbuch verstorben war. Wie Vökt nun berichtete, suchte er dieses Alexandria lange Zeit vergebens, bis er auf einen Vermerk auf Italienische Schreibweise aufmerksam wurde. Gemeint war der italienische Ort Alessandria und damit auch die dort noch bestehende Zitadelle. Eine Reise zu diesem Ort und der Besuch des dortigen Archivs brachten für ihn umfangreiche Erkenntnisse über die Soldaten des „Regiment Royal Allemand“.

Wie aber kommen nun Soldaten aus unserer Gegend zu diesem Regiment, auch dieser Frage war Werner Vökt nachgegangen und konnte feststellen, dass Soldaten aus Wallbach, Säckingen, Schwaderloch, Birkendorf, Ühlingen in den Verzeichnissen zu finden waren. Die damalige Zeit der Unruhen in der Heimat, auch das Bestreben von sogenannten „Werbern“ mögen dazu beigetragen haben, dass sich meist junge Männer zu diesen Regimentern verpflichtet haben. Feststellen konnte Vökt auch, dass sehr viele dieser Soldaten nicht lange bei diesem Regiment Royal Allemand ihren Dienst absolvieren konnten. Allein im Jahr 1760 starben 62 Soldaten im ersten Dienstjahr. Bei einer Regimentsstärke von 1000 Soldaten eine beträchtliche Zahl. Sehr gut gegangen war es den Soldaten auch im Jahr 1782 vermutlich nicht, denn die Verzeichnisse berichten von 120 desertierten Soldaten. Noch heute gibt es in Alessandria diese Zitadelle und sie wurde vom Militär noch bis zum Jahr 2007 für militärische Zwecke genutzt.

Sehr aufmerksam lauschten die trotz Schnee und Kälte zum Treff erschienen Mitglieder und Gäste des Geschichtsvereins Hochrhein den Ausführungen von Werner Vökt. Im Anschluss erhielten die Mitglieder das neue Jahrbuch des Geschichtsvereins, das ebenso mit viel Spannung erwartet worden war.

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