Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein

Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein

im Alb Bote vom 9.9.2010

Historisches Jubiläum mit Landfahnen

Murg vor 750 Jahren erstmals schriftlich erwähnt.
Großes Festprogramm am kommenden Sonntag

Paul EisenbeisMurg (afr) Vor 750 Jahren wurde Murg erstmals schriftlich erwähnt und das soll zünftig gefeiert werden. Mit umfangreichem und unterhaltendem Programm werden die Festbesucher am kommenden Wochenende verwöhnt, auf dem Festplatz bei der Mühle wird die Geschichte wieder auferstehen. Damals war das Leben bunt, wild und gefährlich.

Um die Vergangenheit lebendig zu präsentieren, hat sich das Organisationsteam des Festes viel einfallen lassen: Salutkanonen sollen abgeschossen werden, und auch Murgs Bürgermeister Adrian Schmidle präsentiert sich in historischer Uniform. Zusammen mit dem Hauensteiner Landfahnen wird auch Amtsleiter Werner Vökt aufmarschieren. In den originalgetreuen Nachbildungen der Milizuniformen, wie sie anhand eines Gemäldes rekonstruiert wurden, zeigen 14 Männer ihr Können beim Biwakieren.

Was hat es mit diesen, zugegeben eigentümlich in schwarzen Pumphosen und Schlapphut gekleideten Soldaten auf sich? Murg gehörte einst zur Grafschaft Hauenstein, die sich unter Habsburger Herrschaft befand. Die Grenzen dieses Gebiets erstreckten sich entlang des Hochrheins, von Waldshut über Murg, bis auf die Höhen von Südschwarzwald bei St. Blasien und Höchenschwand.

Aufgeteilt war der Bezirk in acht Einungen, deren Vorstand der Einungsmeister war. Zur Verteidigung dieser Verwaltungseinheit mit Hauptsitz auf der Burg Hauenstein mussten die einzelnen Gemeinden Männer abstellen. Diese verteidigten die Grenzen oder zogen, mit Hellebarden bewaffnet, in den Krieg. Ihre stärkste Truppenzahl hatte der Landfahnen vermutlich 1655, mit 2059 Mann. Unter der Herrschaft Napoleons löst sich die Grafschaft Hauenstein auf und damit gerät auch der Landfahnen in Vergessenheit, keine Uniform bleibt erhalten. Doch 1996, zum tausendjährigen Bestehen Österreichs wird die Geschichte wieder lebendig. Acht freiwillige Einungsmeister, die sich auch heute noch um Traditionspflege bemühen, beschließen originalgetreue Uniformen anfertigen zu lassen. Diese werden nun in Dogern aufbewahrt und zu besonderen Anlässen an die ehemaligen Einungen verliehen. Werner Vökt ist stolz auf die Uniformen: „ Sie symbolisieren ein Stück Geschichte“ betont er.

Am kommenden Sonntag kann sich das Publikum selbst überzeugen, wie zünftig es vor vielen hundert Jahren zuging: um 14 Uhr findet der Auftritt der Landfahnen statt. Sie werden, begleitet von Trommlern, aufmarschieren und dem Vogt (Bürgermeister Schmidle) ihren Rapport abgeben.


Jubiläumsprogramm

Ausstellung: Am Samstag und Sonntag zeigen Hobbykünstler und Kunsthandwerker ihre Werke in der Murgtalhalle.

Gottesdienst: Am Sonntag beginnt der Festtag um 9 Uhr mit einem Gottesdienst in der St. Magnus Kirche.

Der Historische Markt bei der Mühle wird am Sonntag um 11 Uhr eröffnet. Den ganzen Tag wird ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm geboten. Für die Kleinsten Ponyreiten, Shminken und Kinderbetreuung von 14 bis 16.30 Uhr. Auf der Bühne wechseln sich Musiker, Artisten, Chöre und Trachtenkapellen ab. 14 Uhr Einmarsch der Landfahnen.

Tag der Heimat: Am Sonntag, 12. September, wird der Tag der Heimat begangen. Zu diesem Anlass werden im alten Murger Rathaus ab 19 Uhr Fundstücke gezeigt, die bei Grabungen südlich von Niederhof und an der ehemaligen Hauensteiner Rothausschanze gemacht wurden.

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