Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein

Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein

im Südkurier am 7.11.2015

Geschichte der Grafschaft Hauenstein

Redmann Heinrich Dold und Einungsmeister von Dachsberg Norbert Schäuble erzählen viel Wissenswertes in Rotmooshalle

Herrischried Grafschaft HauensteinHerrischried (sha) Welche Ortschaften gehörten zur Grafschaft Hauenstein? Warum gehörte Herrischried einst zur Einung Görwihl? Und warum gab es die Salpetererunruhen? Antworten auf diese Fragen und viel Wissenswertes über die Geschichte der Grafschaft Hauenstein erfuhren am Donnerstagabend rund ein Dutzend Besucher in der Rotmooshalle.

Dort hielt Einungsmeister Norbert Schäuble vom Verein zur Förderung der Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein einen Vortrag. „Eigentlich spricht man nicht von der Hotzenwälder Geschichte, sondern von der Hauensteiner Geschichte“, meinte Redmann Heinrich Dold. Bekannt ist die Region allerdings seit der Antike, als der Südschwarzwald von den Römern noch „Marciana Silva“ (Grenzwald) genannt wurde. Die Alemannen vergaben dann im achten Jahrhundert die ersten Siedlungsnamen wie Lutinga (Luttingen), Biridorf (Birndorf) und Cella Alba (St. Blasien). Schließlich waren es die Herren von Tüffen (Tiefenstein) die sich im unteren Albgau bis nach Urberg etablierten. Sie sandten Siedler in die unerschlossenen Gebiete, die sich als Freibauern auf den gerodeten Flächen niederließen.

In der rot-schwarzen Hauensteiner Tracht erzählte Norbert Schäuble den genauen Siedlungshergang und die strategische Verwaltungsaufteilung um das Jahr 1300 in acht Einungen. Natürlich gab es in der damaligen eigenständigen Verwaltungseinheit auch jede Menge Ämter wie den Einungsmeister, Redmann, Vögte und den Waldvogt (entspricht heute dem Landrat) und weitere Amtsträger. „Jede Einheit hatte ihr eigenes Wappen, auf dem meist die Hauensteiner Tanne zu sehen ist“, erklärte Norbert Schäuble. Die Siedlungen Herrischried, Rütte, und Lochmatt gehörten zu der größten der acht Einungen Görwihl. Anhand von Projektionen uralter Karten und Schriften konnten die Gebietsgrenzen nachvollzogen werden. Im Norden stieß das Gebiet an die Klostereigentümer Zwing und Bann von St. Blasien.

Auch über die Salpetererunruhen erzählte Norbert Schäuble. Schließlich kamen einige der bekanntesten Unruhestifter aus Herrischried, so wie der „Salzmann“ Joseph Eckert, oder Balthasar und Michael Eckert und Nikolaus Gottstein.

Die Namen Albiez, Spitz, Schlageter, Wassmer und Fromherz waren um 1750 auch schon in Herrischried angesiedelt. Zahlreiche Details über das Leben vieler Herrischrieder Vorfahren wusste Norbert Schäuble in dieser Geschichtsstunde zu berichten. In der anschließenden Fragerunde hingen alle gespannt an den Lippen von Paul Eisenbeis, der nochmals auf die Salpetererunruhen und das Kloster in St. Blasien einging. „Dieser Mann ist ein wandelndes Geschichtsbuch“, freute sich Norbert Schäuble über Paul Eisenbeis Ausführungen. Nach dem Vortrag wollte kaum ein Besucher heimgehen. Viele blieben noch ein Weilchen und es entstanden Gespräche über längst vergangene Zeiten.

Der nächste Vortrag vom Verein zur Förderung der Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein findet statt mit Paul Eisenbeis am 25. Februar in der Einungsstube in Dogern
 

Bildtext:
Der Redmann Heinrich Dold und Einungsmeister von Dachsberg (früher Wolpadingen) Norbert Schäuble erzählten viel Wissenswertes zu der Geschichte von Herrischried. | Bild: Sandhya Hasswani

 

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