Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein

Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein

im Albbote vom 6.10.2017

Der letzte Salpeterer

Große Trauergemeinde nimmt in der St. Josef-Kirche Abschied von Hans Gassmann, der im Alter von 88 Jahren gestorben ist

Albbruck (de) Zahlreiche Weggefährten darunter auch einige Einungsmeister und ehemalige Kollegen und Mitglieder der Hauensteiner Trachtengruppe nahmen in dem von Pfarrer Klaus Fietz gefeierten Seelenamt in der Albbrucker St. Josef-Kirche Abschied von Karl–Johann Gassmann. Der liebevoll nur „Gassmann Hans“ genannte Verstorbene wurde 88 Jahre alt. Er, der nach der Heirat mit Maria Rosina Werne 1957 in Kiesenbach wohnte, verbrachte die letzten vier Jahre im Matthias-Claudius-Haus in Waldshut. In Hauenstein wurde er geboren und hat zeitlebens den Kontakt zu seinem Heimatdorf gehalten. Er, der 43 Jahre lang in der Papierfabrik gearbeitet hatte, widmete seine freie Zeit der Heimatgeschichte und Ahnenforschung. Er war 1959 Mitbegründer der Hauensteiner Trachtengruppe und hatte die Tracht so lange es ihm möglich war auch mit stolz getragen. Bis im März 2015 hat er keines der traditionellen Josefsfeste in Hauenstein verpasst. Der „Alteinungsmeister“ hat dem Josefsfest ein Gesicht gegeben“, so der kommissarische Redmann Claus Tröndle in seinem Nachruf.Für Hans Gassmann sei es eine Ehre gewesen, die Tracht zu tragen. Er beeindruckte mit seiner tiefgründigen Haltung und seinem schelmenhaften Humor, der aber nie auf Kosten anderer ging. Mit seinem verschmitzten Lächeln und seiner grundehrlichen Einstellung sei er ein interessanter Mensch gewesen, „der letzte Salpeterer“. Der überzeugte Katholik habe sich wenig um das Zeitgeschehen oder gar „große“ Persönlichkeiten gekümmert. So habe er das „Badner Lied“ stets ignoriert und sogar dem ehemaligen Ministerpräsidenten Stefan Mappus bei dessen Besuch in Görwihl die Hand verweigert. Hans Gassmann war ein Urgestein. Er lehnte Veränderungen ab. Das Moderne sei ihm nicht gegeben gewesen, einen Führerschein zu besitzen war für das Original Hans Gassmann, völlig überflüssig.

Der beharrliche Erzähler hatte Schriften mitverfasst und in seinem Gedächtnis Zahlen und Ereignisse in einem bewundernswerten Ausmass bis zuletzt abrufbereit gehabt. In vielen Pfarrhäusern der Region hatte er zu deren historischen Unterlagen Zugang ebenso zu den geschichtlichen Aufzeichnungen des erzbischöflichen Archivs in Freiburg.

Bildtext:
Zwei Tage nach seinem 88. Geburtstag ist Hans Gassmann, „der letzte Salpeterer“, gestorben.

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