Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein

Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein

im Südkurier vom 22.9.2017


Trauer um Hans Gassmann

Der Mitgründer der Trachtengruppe Hauenstein sowie Heimat- und Ahnenforscher ist im Alter von 88 Jahren gestorben

Hochsal/Albbruck (ctr) Zwei Tage nach Vollendung seines 88. Geburtstages entschlief am Mittwoch der beliebte Alt-Einungsmeister von Hochsal, Mitbegründer der Trachtengruppe Hauenstein, Heimat- und Ahnenforscher Hans Gassmann. Am 18. September noch hatte er im Matthias-Claudius- Heim in Waldshut seinen Geburtstag in trauter Runde gefeiert. Um so überraschender kommt nun die traurige Nachricht von seinem Tod.

1929 wurde Hans Gassmann in Hauenstein geboren. In jenem Jahr war er das einzige Kind, das in der kleinsten Stadt Deutschlands zur Welt kam. Schon als Schulkind interessierte er sich für die Familiengeschichte und ließ keine Gelegenheit aus, von der Großmutter und der Großtante Neues aus der Vergangenheit zu erfahren. „Als kleiner Bub durfte ich mit auf die Verwandtenbesuche. So konnte ich auch die familiären Zusammenhänge erfahren und begreifen“, so Hans Gassmann 2005 im Gespräch mit unserer Zeitung. Viel hat Gassmann als Heimatforscher bei seiner Erkundung in Kirchenbüchern der Pfarreien und im erzbischöflichen Archiv Freiburg über die Menschen und ihre Lebensumstände in der ehemaligen Grafschaft Hauenstein erfahren. So hat er auch herausgefunden, dass seit 1689 eine steinerne Brücke in Albbruck über die Alb führte und angesichts der Tatsache, dass 1650 die Dielen der Brücke erneuert wurden, vorher nur Holzverbindungen über die Alb vorhanden waren.

Der überzeugte Trachtenträger lebte bis vor ein paar Jahren in Kiesenbach und arbeitete über 40 Jahre in der Papierfabrik Albbruck. Seit 1995 gehörte Hans Gassmann als Vertreter der Einung Hochsal der damals gegründeten Arbeitsgemeinschaft Historische Einungsmeisterversammlung der früheren Grafschaft Hauenstein an. 2012 gab er das Amt aus gesundheitlichen Gründen ab.

„Über Hans Gassmann entdeckte ich die Liebe zur Geschichte in unserer Heimat. Sehr gerne war ich sein Nachfolger als Eingungsmeister von Hochsal. Die Verdienste von Hans für die Hauensteiner sind einmalig!“, würdigte Claus Tröndle, als Hochsaler Einungsmeister Gassmanns Nachfolger und kommissarischer Redmann, die Verdienste des Verstorbenen. Alt-Redmann Heinrich Dold erklärt: „Für uns alle war Hans der letzte Salpeterer! Seine wortgewaltigen Auftritte waren legendär.“ Der Görwihler Heimathistoriker und ehemalige Schulleiter Paul Eisenbeis lobt die Bescheidenheit seines Kollegen bei den historischen Einungsmeistern. Sehr groß ist auch die Trauer in der Trachtengruppe Hauenstein, für die Ralf Stengritt erklärt: „Hans war als immerhin Mitbegründer um 1959 und für mich die Seele des Vereines. Er wird immer in unseren Herzen bleiben.

“ Pfarrer Klaus Fietz hält am Mittwoch, 4. Oktober, um 14.30 Uhr in der Albbrucker Josefskirche das Seelenamt für Hans Gassmann. Danach geht es auf den Albbrucker Friedhof zur Urnenbeisetzung

Bildtext:

 Der Heimat- und Ahnenforscher Hans Gassmann am Josefstag 2014.
Bild : Kuenstler.ch

 

zurück