Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein

Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein

im Alb Bote vom 11.9. 2012

Geschichtsstunde auf spannende Art

Hauenstein Führung
> Führung durch die Burgruine Hauenstein
> Redmann Heinrich Dold begrüßt viele Interessierte

Die Burgruine Hauenstein ist ein romantischer Ort. Die Dimension der Anlage lässt ihre einstige Bedeutung erahnen, und von den Innenhöfen genießt man einen großartigen Blick auf die Berge und das Rheintal. Dass die Ruine erforscht und von Bewuchs befreit wurde, verdankt man den Meistern der Einung Hauenstein. Am Samstag, beim Tag des offenen Denkmals, führten Redmann Heinrich Dold und Einungsmeister Claus Tröndle die Besucher, unter ihnen Bürgermeister Ulrich Krieger und Ortsvorsteher Bernhard Gerteis, durch das Kleinod.

Im Jahre 1108 wird die Burg erstmals urkundlich erwähnt. Auch wenn über die frühere Geschichte kaum etwas bekannt ist, darf man vermuten, dass die Burg einst zur Sicherung der fränkischen Herrschaft am Hochrhein errichtet wurde. Die Lage ist ideal zur Überwachung des Gebiets und zur Errichtung von Zollstationen. Dies ist auch der Grund, weshalb der kleine Ort Hauenstein Stadtrechte erhielt. 1150 wurde Rudolf II. von Lenzburg als Eigentümer der Burg genannt. Nach dem Aussterben der Lenzburger fiel die Burg als Lehen an die Habsburger und kam Mitte des 13. Jahrhunderts endgültig in deren Besitz. König Konrad IV. von Staufen hatte sich nämlich für den Italienfeldzug Geld von Rudolf von Habsburg geliehen, starb aber an Malaria, sodass er die Schulden nicht zurückzahlen konnte. 1267 erschien zum ersten Mal der Name Rotenburg auf der Schweizer Seite von dieser Burg ist nichts mehr erhalten und 1371 wurden die Hauensteiner Einungen erwähnt. Im Jahre 1469 führten die notorisch klammen Kassen der Habsburger zu einem Besitzerwechsel. Sie hatten Grafschaft und Burg an Herzog Karl den Kühnen von Burgund verpfändet und konnten sie wegen der Schulden aus dem Waldshuter Krieg nicht mehr auslösen. 1495 verließ Waldvogt Rudolf von Griessen die Burg und residierte seither in Waldshut im jetzigen Doppelhaus Kübler-Bopst in der Kaiserstraße. 1503 brannte die Burg nieder. Die Südwand riss man Anfang des 19. Jahrhunderts ein, um die Häuser im Tal vor herabstürzenden Steinen zu schützen.

Die Burg besteht aus einem älteren, westlichen Teil und einem östlichen, jüngeren Erweiterungsbau, den die Habsburger anlegten. Aufgrund von Luftbildern vermutet man, dass östlich vielleicht ein weiteres Kastell lag. Sie gehört heute dem Land Baden-Württemberg.

Zwar arbeiten die Einungsmeister mit den Denkmalbehörden zusammen, den größten Teil der Pflege und der Forschungsarbeiten müssen sie selbst übernehmen. Die Ruine ist dank eines Geländers gut zugänglich, ein Buch ist herausgegeben worden, und die Höfe müssen immer wieder vom Bewuchs befreit werden. Die Stadt hilft zwar bei den Arbeiten, doch auf Dauer wird die Aufgabe für die Einungsmeister zu groß, sodass sie einen Förderkreis gründen möchten.

Heinrich Dold wünscht sich, einige Mauern freizulegen. Er vermutet, dass man im Hof der jüngeren Burg Grundmauern des Waldvogteigebäudes, eventuell sogar einen Gewölbekeller, entdecken könnte. Tröndle könnte sich gut vorstellen, die Burg auch für denkmalverträgliche Veranstaltungen zu nutzen. Am Samstag durften Kinder schon einmal auf Schatzsuche gehen.

Bildtext:

Der Redmann der Meister der Einung Hauenstein, Heinrich Dold, führte die Besucher am Tag des offenen Denkmals durch die Burgruine Hauenstein. Bild: gottstein

Projekt Förderverein

Der Verein zur Förderung der Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein und die Meister der Einung Hauenstein kümmern sich seit Jahren um die Erforschung und die Pflege der Burgruine. Um mehr Mitstreiter zu gewinnen, soll ein Förderverein zur Erhaltung der Burgruine Hauenstein gegründet werden.

Am Donnerstag, 27. September, treffen sich um 19 Uhr im Gasthaus Adler in Hauenstein Leute, die für die Vorstandsposten in Frage kämen. Kontakt: Heinrich Dold

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