Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein

Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein

im Alb Bote vom 28.2.2015

Mühlen und Gasthäuser im Blick

Verein zur Förderung der Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein wählt seine Themen für 2015

Dogern (lid) Mit einem neu zusammengesetzten Vorstand geht der Verein zur Förderung der Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein in die nächsten drei Vereinsjahre. Bei der Hauptversammlung am Donnerstagabend im Hirschen in Dogern trat Werner Spitznagel (Görwihl) die Nachfolge von Konrad Lüthy (Murg) als Schriftführer an, und Klaus Martin (Dogern) rückte für Markus Jehle (Gurtweil) als Beisitzer in das Vorstandgremium ein. Eine Wiederwahl gab es für den Vorsitzenden Heinrich Dold (Dogern), seinen Stellvertreter Norbert Schäuble (Dachsberg), Günter Häring (Dogern) als Rechner, sowie für die Beisitzer Gerhard Neugebauer (Rickenbach) und Manfred Lampe (Waldshut). Die Kassenprüfung obliegt Klaus Tröndle (München/Hochsal) und Norbert Gamp (Weilheim). Die Wahlleitung hatte Paul Eisenbeis (Görwihl) inne. Mit einem Präsent honorierte Vorsitzender Dold die 20-jährige Tätigkeit von Konrad Lüthy als Schriftführer. In seinem Rückblick erinnerte Dold unter anderem an die Feier zum 1200-jährigen Bestehen von Birkingen und Birndorf, an die Beschaffung mehrerer Bücher zur Geschichte der Grafschaft Hauenstein, an mehrere Vorträge und an fünf Führungen in der Einungsstube und in der Waffenkammer im Hirschen in Dogern. Die derzeitige Mitgliederzahl bezifferte er auf 94. Für das neue Vereinjahr kündigte er intensive Forschungen über Mühlen und Gasthäuser an, die bereits 1806 bestand hatten.

„Jedermann ist aufgefordert, an dieser Thematik mitzuarbeiten“, so sein Appell. Ferner erwägt der Verein eine Neugestaltung der Fassade beim ehemaligen Gasthaus Greifen in Dogern. „Dort war früher ein Bild mit tagenden Einungsmeistern angebracht“, berichtete er, „und dieses wollen wir wieder herstellen.“ Eine ausgewogene Jahresbilanz legte Rechner Günter Häring (Dogern) vor. Das Grußwort der Gemeinde Dogern überbrachte Gemeinderat Markus Schneble. „Feierliche Übersetzung der kaiserlichen, königlichen und auch herzoglich-österreichischen höchsten Leichen aus ihren Grabstätten Basel und Königsfelden nach dem fürstlichen Stift St. Blasien im November 1770“ lautete das Thema eines Referats von Norbert Schäuble (Dachsberg). Ideengeber für diese Maßnahme, so Schäuble, sei der damalige Fürstabt Martin II Gerbert gewesen: „Er erhoffte sich eine finanzielle Unterstützung durch das Haus Habsburg beim Wiederaufbau der im Jahre 1768 durch einen Brand zerstörten Klosterkirche und eine Verschonung seiner Abtei vor den tief in das kirchliche Leben eingreifenden Maßnahmen von Kaiser Joseph II“.

Die Überführung der 13 Leichname sowohl aus Basel als auch aus Königfelden erfolgte zunächst nach Klingnau, von dort in feierlichem Zug nach Waldshut und schließlich nach St. Blasien. Die Beisetzung fand allerdings nicht in einer ursprünglich geplanten pompösen Domkrypta, sondern in einer deutlich bescheideneren Gruft statt. Nach der Auflösung des Klosters im Jahre 1806 fanden die Benediktinermönche St. Blasiens in St. Paul (Kärnten) eine neue Heimat, und dort fanden auch die Leichname 1808 ihre letzte Ruhestätte.

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Mit einem Präsent dankte Heinrich Dold (rechts) Konrad Lüthy für dessen 20-jährige Tätigkeit als Schriftführer.

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Neu im Vorstand (von links): Klaus Martin, Beisitzer, und Werner Spitznagel, Schriftführer. Bilder: Alfred Lins

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