Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein

Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein

in der Badischen Zeitung am 19.3.2011

In Sorge um die Burgruine

Landtagskandidaten schauten sich auf Einladung des Fördervereins in Hauenstein um.

LAUFENBURG-HAUENSTEIN. "Von Kultur und Geschichte haben wir im Wahlkampf noch nicht viel gehört", bedauerte Heinrich Dold, der Vorsitzende des Fördervereins zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein. Daher hatte er am Freitag die Landtagskandidaten zu einer Führung durch die sanierungsbedürftige Burgruine Hauenstein eingeladen. Konkrete Hilfszusagen bekam er indes nicht.

Die im Bewusstsein der Öffentlichkeit noch nicht sehr tief verankerte Burgruine war der ehemalige Verwaltungssitz der Hauensteiner Einung und zählt mit einer Länge von 104 Metern zu den größten Burgen der Region. Die Ruine ist im Besitz des Landes, weshalb von den Landesdenkmalbehörden und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz kein Geld zu erwarten ist. Auch die Stadt Laufenburg hatte sich in der Vergangenheit als nicht zuständig erklärt. Und das Staatliche Hochbauamt, in dessen Verantwortung das Denkmal liege, habe nicht sehr viel Geld, denn "überall wird der Etat gekürzt", erklärte Heinrich Dold, der auch Redmann der Meister der Einung Hauenstein ist. Man wolle daher einen Förderkreis für die Ruine gründen, dessen Schirmherrschaft Wernher von Schönau-Wehr und eventuell auch Michael Salvator von Habsburg-Lothringen übernehmen werden. "Helfen Sie mit, diese Burg nicht vergammeln zu lassen, denn der Grundsatz "Eigentum verpflichtet" gilt auch für den Staat", appellierte Heinrich Dold an Felix Schreiner (CDU), Alfred Winkler (SPD) und Klaus Denzinger (FDP).

Alfred Winkler meinte, dass man erst weitere Fakten sammeln und das öffentliche Interesse klar darlegen müsse. Er riet, eine Universität zu konsultieren, damit sich vielleicht ein Doktorand wissenschaftlich mit der Ruine beschäftige. Mit diesen Fakten könne man dann an die Denkmalbehörden herantreten. Es sei auch wichtig, die Ruine vor Raubgräbern zu schützen, denn graben dürfe nur das Denkmalamt. Klar sei auch, so Winkler, dass dessen Zuschüsse –wenn sie denn flössen – nur einen Teil der Kosten abdeckten. Darin, dass es "ohne Gemeinde nicht geht", waren sich alle Kandidaten einig. Ortsvorsteher Bernhard Gerteis (FW) versprach, die Gemeinde werde jedenfalls den zu gründenden Förderkreis unterstützen.

Der bereits bestehende Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein hat bereits beträchtliche Vorarbeit geleistet. Die Ruine wurde von Gestrüpp befreit, und Ende vergangenen Jahres hatte ein Geophysiker die Ruine per Radar untersucht. "Leider haben wir keine besonders wichtigen Erkenntnisse gewonnen", meinte Heinrich Dold. Daher möchte man eine weitere Untersuchung mit anderen Methoden vornehmen und einen Burgenkundler zu Rate ziehen.

Bildtext:
Zu Besuch auf der Burgruine Hauenstein, von links: Alfred Winkler, Felix Schreiner, Bernhard Gerteis, Heinrich Dold, Klaus Denzinger und der Wolpadinger Einungsmeister Norbert Schäuble. Foto: Michael Gottstein

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