Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein

Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein

im Alb Bote vom 8.4.2015

Neugestaltung der Fassade beim Greifen

Förderverein zur Erforschung der Geschichte will historisches Bild des Gasthauses rekonstruieren. Recherche in Schriftstücke

Dogern (lid) Eine teilweise Rekonstruktion der Fassade beim ehemaligen Gasthaus zum Greifen plant der Förderverein zur Erforschung der Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein mit dem Vorsitzenden Heinrich Dold. Die der Hauptstraße zugewandte Seite zeigte bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts ein Bild mit den acht Einungsmeistern, dem Waldvogt und dem Amtsschreiber. Dies nicht ohne Grund: Im Greifen tagten bis zu besagtem Zeitpunkt die Einungsmeister der Grafschaft Hauenstein. Als jedoch der Hirschenwirt Conrad Ebner zum Redmann gewählt wurde, war fortan der Hirschen die Tagungsstätte. In seiner Enttäuschung, möglicherweise auch in seinem Zorn, ließ der Greifenwirt das Bild daraufhin nebst zugehörigen Schriften auslöschen und übertünchen.

Für die Tatsache, dass es das Wandgemälde beim Greifen tatsachlich gab, gibt es laut den Nachforschungen des Vereins zwei Nachweise: Der eine stammt vom Waldshuter Leonhard Maldoner (1694 bis 1765), der um 1750 eine „Beschreibung der Grafschaft Hauenstein“ erstellte. Darin erwähnt er den Dogerner Greifen mit einem Gemälde über der Eingangstür, das die acht Einungsmeister, den Waldvogt und den Amtsschreiber zeigt. Ferner benennt er mehrere Schriftzüge, die an der Fassade angebracht waren. In einer hieß es: „Hab ewiges Lob Erzfürstliche Mildigkeit von Deinen Gnaden, dass die Gerechtigkeit durch Waldvogt, Statthalter und acht Mann allein regieret wird in der Grafschaft Hauenstein.“

Auch der Hüfinger Maler und Schriftsteller Luzian Reich (1817 bis 1900) erwähnt in seiner Schrift „Wanderblüten“ das Gemälde beim Greifen: „In diesem mittelalterlich gebauten Haus wurde ehedem die Wahl der Einungsvorstände durch gemeinsame Mahlzeiten festlich begangen, weshalb man früher an der Außenwand ein auf diesen Brauch bezügliches Gemälde sah.“

Eine exakte Beschreibung der Gesamtfassade des Greifen stammt aus der Feder des Schulmeisters und Hirschenwirts Leonhard Gamp (1757 bis 1830). Seinen Aufzeichnungen zufolge zierte das Gebäude ein Türmchen mit Glocke und eine Uhr. Letztere war für die Dogerner von großer Bedeutung. Da die alte Kirche am Rhein stand, konnten sie die Uhrzeit nur beim Greifen ablesen. Auf der Grundlage dieser Beschreibung unternahm Heinrich Dold einen Rekonstruktionsversuch der Fassade. Die Rekonstruktions-Überlegungen des Fördervereins beschränken sich jedoch lediglich auf die Wiederherstellung des Gemäldes und der Schriften. Da er die Kosten nicht alleine stemmen kann, ist er auf Spenden angewiesen.

Bildtext:
So dürfte laut Heinrich Dold vom Geschichtsverein der Dogerner Greifen ursprünglich ausgesehen haben. Bild: Repro: Alfred Lins

 

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