Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein

Förderverein zur Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein

Die Geschichte der Grafschaft Hauenstein

Das Gebiet der Grafschaft Hauenstein unterstand von 1254 bis 1806 dem Hause Habsburg. Die Habsburger Landeshoheit geht auf eine Verpfändung dieser Region von König Konrad IV. an den Grafen Rudolf von Habsburg zurück, die nicht mehr eingelöst wurde. Das Land hieß ursprünglich Vogtei zu Hauenstein". Im Jahr 1523 war daraus die Herrschaft Hauenstein" geworden, und seit 1562 schließlich spricht man von einer Grafschaft Hauenstein". Zeitweilig war früher der Verwaltungssitz auf der Burg Hauenstein am Rhein, daher der Name. Bis 1597 gehörte der klösterliche Zwing und Bann St. Blasien" auch zu dieser Verwaltungseinheit.
Die Grafschaft Hauenstein war eingeteilt in 8 Einungen (Bezirke), benannt nach ihren Hauptorten: Murg, Hochsal, Rickenbach, Görwihl, Wolpadingen, Birndorf, Dogern und Höchenschwand. An der Spitze jeder Einung stand ein jeweils für ein Jahr von den verheirateten Männern frei gewählter Einungsmeister; alle 8 neuen wählten zusammen mit den 8 vorjährigen Einungs-meistern aus ihren Reihen einen Redmann, ihren Vertreter beim herrschaftlichen Waldvogt in Waldshut. Dieser, zumeist dem regionalen Adel entstammend, war der vom österreichischen Landesherrn eingesetzte Verwalter der Grafschaft.
Ein wesentliches Kennzeichen der Einungen war ein von ihnen organisierter Selbstschutz gegen äußere Feinde, der sog. Landfahnen". Nach einer Aufstellung von 1655 zählte der Hauensteiner Landfahnen 2059 wehrfähige Männer. Weiter hatte die Grafschaft bzw. die Einungen eine gewisse Selbstverwaltungsorganisation aufgebaut, die in den Jahrzehnten der Salpetererauf-stände (1726-1755) vom Landesherrn stark beschnitten wurde.
Nach dem Frieden von Preßburg am 26. Dezember 1805 endete die österreichische Herrschaft in der Grafschaft Hauenstein. Das Gebiet fiel nach einem Vertrag zwischen Napoleon und Kaiser Franz II. an das eben geschaffene Land Baden. Mit der Huldigung an den neuen Landesherrn Kurfürst Karl Friedrich am 30. Juni 1806 in Freiburg erlosch der Name Grafschaft Hauenstein endgültig; die Einungen verschwanden von der Landkarte. Die Region wurde nun allgemein Hauensteinerland" benannt. Der westliche Teil davon zwischen Wehra und Alb nannte man seit dieser Zeit den Hotzenwald". Symbolisch dafür steht die Hauensteiner Tanne. (EIS.)

 

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